Omar und Halimah rocken die matchBOX

Am Donnerstag, den 6.6.2024 kam OMAR KHIR ALANAM nach Salzburg und las in der matchBOX aus seinem neuen Buch: GSPUSIS, GSPÜR UND WILDE GESCHICHTEN.

Und weil unser lieber Freund Omar mittlerweile in Östereich beinahe Celebrity-Status genießt, dachten wir, wir stellen ihm einen Support-Act zur Seite. Eine Vorgruppe, wie es bei Rock-Konzerten üblich ist.

Dass die junge syrische Autorin HALIMAH AL SHARIF die Bühne in Besitz nahm, ohne mit der Wimper zu zucken, war auch für uns etwas Besonderes und setzte dem Abend die Krone auf.

Ihr Text “Geh, Abdullah, geh!” nimmt ein Schulaufsatzthema zum Anlass, eine berührende Geschichte zu erzählen. Das wäre ja eigentlich schon genug für ein “Vorspiel” gewesen, um in der Terminologie des Abends zu bleiben, doch Halimah geht noch einen großen Schritt weiter und besticht im Gespräch über das JUNG SEIN IN SALZBURG (so ein weiterer Text von Halimah al Sharif, der gerade in der Straßenzeitung Apropos erschienen ist) durch Eloquenz und Humor.

Fotos © Siegrid Cain - Vielen Dank!

Es wäre nicht Omar Khir Alanam, wenn er die Latte, die durch Halimah hoch gelegt wurde, nicht mit einem Lächeln annehmen und überspringen würde. Denn wie kein anderer schaffte er es auch diesmal, die Spannung zwischen persönlicher Empfindungswelt und den Vorschreibungen der Gesellschaft im Dazwischen der Kulturen mit seinen Erfahrungen und Reflexionen so zu verdichten, dass man das Knistern im Raum spüren konnte. Auch, weil er mit seinen “Gspusis” nie ins Seichte abdriftet, sondern sie politisch wendet: als Sehnsucht, den Anderen zu berühren und durch diese Berührung sich selber besser zu begreifen.

Beim Heimgehen war jedenfalls allen im Raum klar, dass Liebe und Frieden aufs Engste miteinander verwoben sind. Genauso wie das Lachen und die Tränen, die Offenheit und das Geheimnis, die Scham und die Freizügigkeit, das Vertraute und das Fremde im Anderen.

Wenn Omar über die Liebe spricht, dann spricht er über das Menschsein und die große Sehnsucht im Anderen anzukommen. Das macht ihn so besonders. Dass am Ende mit dem Bild der Schaukel nochmals die Brücke gespannt wurde zum gemeinsamen Film JEDERMANN AUF REISEN. DIE WELTVERMESSUNG EINES HEIMATLOSEN” setzte dem Abend die Krone auf.

Kein Wunder, dass am Ende des Buches ein Gedicht über diese Brücke ging. Zwischen Weggehen und Ankommen liegt die Poesie des Gedichts: “Ich bin der Fremde und nur deine Augen gaben mir den Anspruch auf Flucht.”

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